Die Firmengeschichte aus der mündlichen Überlieferung


(kein Anspruch auf Vollständigkeit )

 

Der Firmengründer Heinz Lindner erblickte als Sohn eines Eisenbahners und einer Bäuerin im Oktober1920 in Hohenstein- Er. das Licht der Welt.

 

dort ging er in Ernstthal zur Schule und begann sein Interesse für alles am Bau zu zeigen. Der Grund dazu war der Hausneubau seines Vaters Arthur Lindner in Oberlungwitz auf der Poststrasse 623d, was 1934 fertig war. Durch die im Haus gebauten Kachelöfen einer Ofenbaufirma aus Glauchau angeregt, begann er dort seine Lehre als Ofensetzer, welche er mit Auszeichnung bestand.
Davon kündet auch eine Ehrenurkunde für gute Leistungen im Berufswettkampf “ aller schaffenden Deutschen” zum Tag der nationalen Arbeit von 1938.


Bis zum Kriegsausbruch arbeitete in seinem Beruf. Während des Krieges war er wie sein Vater “Arthur” Eisenbahnpionier und musste dafür sorgen, das die Räder für den (nicht eintreffenden) Sieg rollten.



Russland, Italien und Frankreich waren dabei die fürchterlichen Schauplätze. Kurz vor Kriegsende geriet er zuerst in russische und nach einer Flucht dann in amerikanische Gefangenschaft in der Nähe von Hof..
Nach dem er aus der Gefangenschaft entlassen wurde, versuchte er wieder in seinem alten Beruf als Ofenbauer Arbeit zu finden. Er fand Arbeit bei einen alten Ofenbaumeister in Hof, der ihn seine Firma anbot und in seine Familie einzuheiraten.

Nach geglückter Kontaktaufnahme mit seinen Eltern, waren diese sehr froh, dass ihr Sohn den Krieg soweit mit nur “ein paar Granatsplittern in der Kopfhaut” überlebt hatte. Sein Vater Arthur versuchte sofort alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit ihr einziger Sohn wieder zurück nach Hause kehrte. Eine Anfrage bei der Handwerkskammer in Hohenstein-Er. ergab, dass man über jeden Handwerker glücklich war, der ein neues Gewerbe eröffnen wolle, ob Meister oder nicht. Da sein Vater Artur unbedingt wollte, dass sein Sohn wieder nach Hause zurückkehrte, wurde alle Möglichkeiten geschaffen, die für die neue Gründung einer Firma notwendig war. Offensichtlich überwog sein Heimweh mehr nach seinem Elternhaus und dem Erzgebirge, so dass er im gleichen Herbst nach Hohenstein-Er zurück kehrte.



Bis Anfang 1947 arbeitete er wieder bei der alten Firma Thieme aus Glauchau. Gleichzeitig begann er einen intensiv Meisterlehrgang. Sein Vater hatte in der Zwischenzeit alle nötigen Lagermöglichkeiten geschaffen, so dass am 21. November 1947 mit dem Erhalt des Meistertitel die neue Ofenbaufirma ihre Arbeit aufnahm. Kachelöfen, Küchenherde und alles was sonst noch heizt wurde gebaut und repariert.



Trotz damals schwieriger Arbeitsverhältnisse, die Materialbeschaffung erfolgte teils aus ausgebombten Häusern, in denen die noch vorhandenen Kachelöfen geborgen wurden zur Wiederverwendung. Auch unter diesen schwierigen Umständen wurde von Anbeginn auf höchste Qualität der ausgeführten Arbeiten geachtet!


 

Langsam begann sich die Materialbeschaffung zu normalisieren und so zeichnete es sich ab, dass die alten Firmenräume den stetig wachsenden Bedarfsanforderungen nicht mehr gewachsen waren. Außerdem bahnte sich im Frühjahr 1955 eine Familiengründung an. Die Firma, die zuerst nur 3 Beschäftigte hatte, wie sein Vater Arthur als der Zimmermann, seine Mutter Elsa als der Kundendienst und er als Ofenbauer, war bis dahin eine Firma mit sieben Beschäftigten geworden.

Selbst ein Fliesenlegermeister war nun dazu gekommen, so dass nicht nur Kachelöfen gebaut werden konnten, sondern auch so mancher Kuhstall und Hausflur wurden gefliest. Ein neues Firmengelände auf der Dresdener Strasse 40 in Hohenstein-Er wurde gefunden samt einer Wohnung, da sich schon der erste Nachwuchs abzeichnete. Im Sommer 1955 war die Familie komplett, so dass in der neuen Firma auf der Dresdener Str. 40 eingezogen werden konnte.


 

Selbstverständlich wurde erst einmal einiges erneuert um richtig durch zustarten.

 

 

Anfang Januar 1956 wurde der erste Sohn Frank und 1958 der zweite Sohn Thomas geboren.

 

 

Da anfänglich alle Transporte des Ofenmaterials mit Pferdefuhrwerk erledigt
wurde, . . .



die Materialmengen immer größer wurden, . . .

 

musste baldigst ein neues Firmenfahrzeug angeschafft werden.

 


Das war ein Framo 901, der doch einige Zeit das einzige Fahrzeug war und mit dem auch alle privaten Fahrten erledigt wurden. . .

1962 erwarb der Firmenchef den Meisterbrief als Fliesenleger und verschönerte so gleichzeitig auch mit seinem Meisterstück das Treppenhaus seiner Firma.

Seine beiden Söhne Frank und Thomas besuchten ab 1962 bzw. 1964 die Lessing-Oberschule in Hohenstein-Er.



Nach einem Lehrgang des Firmenchefs wurden ab 1967 nicht nur Kachelöfen gebaut, sondern ab sofort auch Elektro- Nachspeicher- Kachelöfen.
Beide Söhne wurden nach Abschuss der 10 Klassen Oberschule, ab 1972 Frank bzw. 1974 Thomas Ofenbauer in der väterlichen Firma.
1982 schloss Sohn Frank die Meisterprüfung als Ofenbauer ab und übernahm Anfang 1983 die Stelle des Hauptbuchhalters in der Firma.

Die Wendezeit ab 1989 brachte unerwartete einschneidende Veränderungen mit sich. Innerhalb kürzester Zeit mussten neue Technologien und Bauarten übernommen werden, was für den alten Firmenchef Heinz Lindner eine unvorstellbare Herausforderung darstellte. Nach einem Umbau der Firma wurde diese im September 1991 mit neuem Programm wieder eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt wurden außer Ölöfen auch das gesamte Ofenzubehör mit in das Sortiment aufgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt erlitt der noch Firmeninhaber Heinz Lindner einen Schlaganfall, an dem er im Herbst 1991 verstarb.

Nach dem Ableben wurde Ofenbaumeister Frank Lindner zum neuen Firmenleiter. Ab Anfang Januar 1992 übernahm er somit das väterliche Gewerbe und führt dieses bis zum heutigen Tage weiter.


Und wenn Sie nicht gestorben ist (die Firma)..., so leben Sie noch heute . . .